Preiswerte Handys

Smartphones der Mittelklasse mit Android, Windows Phone und Blackberry OS

Ein Spitzen-Smartphone mit stromfressenden Quad-Core-Prozessor und einem großen Display braucht nicht jeder. Auch mit Smartphones im Preis von 200 bis 300 Euro kann man ebenso gut surfen, Apps benutzen oder spielen.

Es gibt auch billige Smartphones ab 80 Euro. Aber ihre Prozessoren sind langsam und haben ein grobpixeliges Display, sie taugen deshalb nur um zu telefonieren oder um SMS zu schreiben. Das kann auch das klassische Handy. Es gibt andererseits High-End-Geräte für über 400 Euro, welche so manchem Laptop mit ihrer Hardware Konkurrenz machen können. Über genügend Rechenleistung verfügen hoch getaktete Vierkern-Prozessoren für HD-Filme, 3D-Spiele und animierte Bedienoberflächen. Genug Platz bieten Displays oberhalb von 4,3 Zoll, sie sind  einfach zu bedienen und die Webseiten lassen sich ohne Zoom betrachten.

Es gibt zwischen den beiden Extremen auch Mittelklasse-Modelle, die unter 300 Euro kosten. Sie können alles, was man von einem Smartphone erwartet: gute Displays mit komfortabler Größe, schnelle Prozessoren und außerdem Gehäuse in  „Hosentaschen-Format“. In keiner Klasse ist das Preis-Leistungs-Verhältnis besser. In unserem Test stehen viele Smartphones den teueren High-End-Geräten in kaum etwas nach.

Von den neun getesteten Kandidaten laufen sieben mit dem Betriebssystem Google Android. Durch ein hochauflösendes Display zeichnen sich Sony Xperia sola sowie Xperia U aus. Samsungs  Galaxy S Advance und Galaxy Ace 2  verfügen über schnelle Dual-Core-Prozessoren. Kompakt und handlich ist HTCs Desire C. Über ein stabiles Gehäuse aus Aluminium verfügt das ebenfalls von HTC stammende One V. Viel Bildfläche bietet das 4,3-Zoll-Display des LG Optimus L 7. Die Smartphones von HTC und LG sind mit der Android-Version 4.0 ausgestattet, außerdem haben sie eine eigene Bedienoberfläche. Die ältere Version 2.3 verwenden Sony und Samsung.

Das preiswerteste Smartphone ist bislang das Nokia Lumia 610 mit Microsoft Windows Phone 7. Allerdings wurden vom Hersteller Abstriche bei der Hardware gemacht, um den Preis halten zu können. Das Blackberry Curve 9380 ist ein weiterer Außenseiter des Betriebssystems. Für teure Business-Handys war bis vor einigen Jahren der Hersteller RIM bekannt. Inzwischen bezahlt der Kunde für aktuelle Modelle wie das Curve 9380 nur ca. 220 Euro. RIM hat das Betriebssystem Blackberry OS 7 selbst entwickelt. Der Test wird zeigen, ob es Android die Stirn bieten kann.

Neuen Benutzern von Smartphone erschließt sich Microsoft Windows Phone 7.5 am schnellsten. Die Bedienoberfläche besteht aus dem Grundelement Kacheln, der Startbildschirm ist unterteilt in bunte Vierecke. Darunter kann sich vieles verbergen, zum Beispiel App-Verknüpfungen, Mediensammlungen oder Kontakte. Weil die Kacheln dynamisch sind, ist auf dem Windows-Hauptbildschirm immer Bewegung. Auf einen Blick ist ersichtlich, ob Mails angekommen sind, wie der Aktienstand ist oder ob ein Facebook-Freund Fotos geschickt hat. Wenn man allerdings das Betriebssystem nach eigenen Vorstellungen einrichten möchte, stößt man an dessen Grenzen. Nicht ersetzen lassen sich Standard-Programme wie Kalender, Browser oder Mediaplayer. Zur Weiterleitung der Internetverbindung des Smartphones an weitere Geräte dient Tethering. Das klappt zwar seit Windows Phone 7.5 per WLAN, nicht möglich ist es mit USB-Kabel (wie bei Android).  Mit seiner Vielfalt hinkt Appstore Microsoft Marketplace immer noch iOS und Android hinterher. Aber die wichtigsten Programme mit über 100 000 Apps sind vorhanden, ebenso hochwertige Spiele. Zwar sind diese etwas teurer als bei der Konkurrenz.

Um Apps braucht man sich keine Sorgen zu machen, wenn man ein Smartphone mit Google Android verwendet. Google erlaubt auch alternative Browser, Medienspieler und Mail-Clients. Die größte Stärke des Systems ist die Anpassbarkeit. So ist es möglich, auf den Hauptbildschirmen Verknüpfungen zu Apps, Ordnern und Kontakten anzulegen. Vergleichbar sind Widgets mit den interaktiven Kacheln des Windows-Phone, sie sind aber viel flexibler: das aktuelle Wetter wird angezeigt, Musik-Player werden gesteuert, zwischen Klingelton-Profilen schalten sie hin und her.

Auf allen Geräten sieht Android praktisch anders aus. Die Hersteller der Smartphone haben so ihre eigenen Vorstellungen: der Sperrbildschirm oder das Design können verändert sein, Apps werden installiert. Benutzt jemand Android zum ersten Mal, kann er sich hilflos vorkommen. Entweder sind die Hauptbildschirme leer oder sie sind zugeschüttet mit Programmen des Providers oder des Smartphone-Herstellers. Es bedarf einer gewissen Einarbeitung, um Android effizient benutzen zu können.

Entschließt man sich, ein Blackberry-Smartphone zu kaufen, kommen meist noch weitere Investitionen für das Gerät hinzu. Eine „Blackberry-Option“ muss bei den meisten Mobilfunkverträgen dazu gebucht werden, um die spezielle Blackberry-Push-Mail-Funktion verwenden zu können. Bei Verträgen im höheren Preisniveau ist die Blackberry-Option meist inklusiv, man muss sie nur noch aktivieren. Bei preiswerten Verträgen sind monatlich 5 bis 15 Euro fällig, zusätzlich zum Internet. Das OS hat eine Bedienoberfläche mit glänzendem Desktop und erinnert mit seinem aufklappbaren App-Menü auf den ersten Blick an Android. Aber Verknüpfungen und Widgets kennt es nicht.  Die neuesten Nachrichten lassen sich mit zwei aufklappbaren Infoleisten schnell ablesen. Mobilfunk, Bluetooth und WLAN lassen sich mit zwei Fingertipps abschalten. Das Betriebssystem ist abgesehen vom App-Menü teils unübersichtlich und textlastig. Im Menü sind einige Einstellungen mehrmals vorhanden und andere sind nicht da, wo man sie sucht. Die Standard-Programme wie Facebook, Mail-Client und Navigation sind bereits installiert. Die „App World“  könnte besser sein, die Apps entsprechen nicht den Anforderungen, die man heutzutage von Windows Phone und Android gewohnt ist.

Quelle: heise.de


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Von: Stefan Lübker / Frei-Simser.de
Veröffentlicht am: 21.07.2012 - 11:11 Uhr
Kategorie: SMS News

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