Neuer LTE-Handynetz-Aufbau

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In Deutschland will mit Hilfe von Kommunen und Kunden ein neuer Provider ein Mitmach-Mobilfunknetz starten. Demnächst werden die dafür nötigen Frequenzen versteigert. Allerdings wird es für den Neuling gegen die Branchenriesen schwer werden.

Bei dem Unternehmen handelt es sich um „Liquid Broadband“. Es möchte mit dem neuen LTE-Handynetz den Wettbewerb ankurbeln. Diese Nachricht dürfte für all die Nutzer von Interesse sein, die über eine schlechte Netzabdeckung klagen und sich über aufgebrauchtes Datenvolumen schon zur Monatsmitte ärgern.

Der Anbieter will im Gegensatz zu den jetzigen Mobilfunknetzbetreibern Vodafone, Telekom und Telefonica die Hilfe und Mitarbeit von Kommunen und Nutzern in Anspruch nehmen.

Neue Funkmasten möchte das Unternehmen nur wenige selbst einrichten, jedoch werden die Kunden aufgefordert, kleine Funkboxen selbst aufzustellen, damit im Umkreis einiger hundert Meter die Versorgung sichergestellt ist. Das dürfte im Stadtgebiet kein Problem sein, aber es könnte in ländlicher Gegend schwierig werden. Dort sollten dann die Kommunen helfen, indem auf öffentlichen Gebäuden Sender installiert werden.

Zukünftig könnten über das neue Breitbandnetz auch unterwegs über Funk Filme oder umfangreichere Downloads ohne Beschränkungen ermöglicht werden. Um diese Idee umzusetzen, sind allerdings Funkfrequenzen nötig.

Aber Funkfrequenzen sind knapp und deshalb teuer. Im Jahr 2000 zahlten Versorger bei einer Versteigerung ca. 50 Milliarden Euro für UMTS-Frequenzen. Bei einer im Jahr 2010 gelaufenen Versteigerung betrug die Summe über vier Milliarden Euro. Die Bundesnetzagentur will die nächste Versteigerung im kommenden Jahr starten. Als Digitale Dividende II genannte Frequenzen werden durch die Umstellung von analogem zu digitalem Rundfunk frei. Zudem laufen in 2 Jahren bereits benutzte Lizenzen aus.

Besonders interessiert sich Liquid Broadband für die Digitale Dividende. Dabei handelt es sich um sechs Frequenzblöcke in einem Bereich bei 700 Megahertz, die für schnelle LTE-Verbindungen geeignet sind. Als Mindestangebot sind von der Bundesnetzagentur 75 Millionen Euro für einen Frequenzblock vorgesehen.

Allerdings vermutet Beate Rickert, Vorstandsvorsitzende, dass bei dem aktuell vorgesehenen Bieterwettbewerb für Liquid Broadband kaum Chancen bestehen. Ihre Begründung: Natürlich wollen die drei großen Anbieter einen Wettbewerb verhindern, Neueinsteiger sind nicht willkommen. Aus diesem Grund werden sie Liquid Broadband auf alle Fälle überbieten. Früher war Rickert bei Kabel Deutschland Managerin.

Sie möchte auch nicht sagen, wer sich hinter Liquid Broadband AG verbirgt. Laut Handelsregister heißt der Vorsitzende des Aufsichtsrates Markus Gloy (Geschäftsführer der Berliner NC Group, einem Dienstleistungsbetrieb im Mobil- und Festnetzbereich).

Aber an der Auktion hält die Bundesnetzagentur fest. Rickert ist für eine Sonderregelung: So könnte die Bundesnetzagentur Frequenzen reservieren, die innovative Angebote betreffen. Ein Neueinsteiger hätte es ansonsten ungleich schwerer. Fraglich ist auch, ob mehr Infrastrukturwettbewerb überhaupt gewollt ist, eigentlich sehe es bisher eher nach einer Konsolidierung aus, so eine Sprecherin. Stellungnahmen werden von der Bundesnetzagentur noch bis zum 26.11.2014 zu der vorgesehenen Versteigerung gesammelt.

Die Behörden halten allerdings von einer Sonderregelung für den Neuling nicht viel. Eine Sprecherin erklärte „Es ist nicht vorgesehen, Marktteilnehmer bei einer Teilnahme zu bevorzugen oder zu beschränken.“ Nachdem die Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur die Regulierungsziele abgeschätzt hat, ist sie der Meinung, dass „eine ungleiche Behandlung, beispielsweise bei einer Reservierung einer Palette potenzieller Interessenten nicht angemessen ist“.

Dass bei der Versteigerung Vodafone, Telekom und Telefonica dabei sind, davon geht man in der Branche aus. Die Konzerne wollen das allerdings nicht bestätigen, um Ärger mit Wettbewerbshütern zu vermeiden. Die Unternehmen könnten jedoch für ihren Breitbandausbau den LTE-Funk gut gebrauchen.

Derzeit sind die Aussichten, in Deutschland ein viertes Mobilfunknetz aufzubauen, gering. Dafür müsste Liquid Broadband die Bundesnetzagentur dazu bringen, von ihrer jetzigen Haltung abzukehren. Hingegen plant die Regierung lieber mit den Aktions-Einnahmen von mindestens 450 Millionen Euro. Mit diesem Geld soll auf dem Land die Breitbandversorgung gefördert werden.

Von: Stefan Lübker / frei-simser.de
Veröffentlicht am: 08.12.2014 - 20:12 Uhr
Kategorie: SMS News

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