FBI verhaftet Anbieter privater Spionage-Software

© Dan Race - Fotolia.com

StealthGenie, eine Überwachungssoftware, hatte versprochen „jedes Handy in fünf Minuten auszuspionieren“. Jetzt wurde vom Technikblog „Ars Technica“ gemeldet, dass in Los Angeles der Chef und Gründer der Softwarefirma Invocode Pvt Ltd., Hammad Akbar, verhaftet worden sei. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, eine Spyware-Applikation beworben und verkauft zu haben. Damit ist StealthGenie gemeint. Es handelt sich dabei um eine Software, mit deren Hilfe fremde Smartphones ausgehorcht werden können. Bei dieser Verhaftung handelt es sich laut einer Pressemitteilung des FBI zum ersten Mal um eine Spionage-App als Gegenstand eines Kriminalfalles.

Das Unternehmen hatte aber damit genau geworben: „Um StealthGenie handelt es sich um die beste Spionage- und Überwachungssoftware per Handy. Sie wissen sofort, wenn sie Handys kontrollieren, wo sich der Benutzer aufhält und was er gerade macht.“ (Versprechen der Webseite vom Hersteller der gleichnamigen Smartphone-App.) Aufgrund eines richterlichen Beschlusses wurde diese Seite mittlerweile vom FBI aus dem Netz genommen.

Folgendermaßen funktioniert StealthGenie: Heimlich muss zunächst die Spionage-App auf dem Smartphone des zukünftigen Leidtragenden installiert werden. Der Zugang zum jeweiligen Gerät ist also nötig. Dann werden von der Software alle Aktivitäten, die mit dem Smartphone durchgeführt werden, protokolliert. Dem StealthGenie-Kunden steht dann online deren Ausbeute zum Abruf bereit.

Von dem Bespitzeln bekommt der Nutzer des so manipulierten Smartphones gar nichts mit. StealthGenie wurde als „unerkennbar“ und gerichtet auf die „untreuer-Partner-Zielgruppe“ vermarktet. Das FBI schätzt ein, dass ca. 65 % aller Kunden StealthGenie deshalb heruntergeladen haben, um unbemerkt vertrauliche Kommunikationen und Aktivitäten ihrer Ehepartner, Freunde oder ihrer Kinder verfolgen zu können.

Die Software ist in der Lage, alle Telefongespräche, E-Mails, Fotos, SMS, Termine, Videos und GPS-Bewegungsdaten zu speichern. Außerdem kann sie das Mikrofon eines Telefones per Fernsteuerung aus- und einschalten, sie dient sozusagen als Wanze. Dadurch ist sie nicht nur für eventuell gehörnte Partner, sondern auch für Kriminelle oder Stalker interessant. Zu dem Fall kündigte Staatsanwalt Dana J. Boente eine aggressive Verfolgung an, denn „das Verkaufen und Bewerben von Spyware-Technologie ist eine Straftat.“ Im Netz sind auch bei abgeschalteter Webseite noch Produktinformationen zu finden: Bei YouTube erklärt zum Beispiel ein Werbevideo anschaulich die Funktionalität, in diesem „Testbericht“ wird die begrenzte Überwachungsfunktion des Produkts beanstandet.

Angeboten wurde die Software für iPhones und Blackberry- sowie Android-Smartphones. Benutzt wird sie angeblich „von über 100.000 zufrieden gestellten Kunden weltweit“. Hoffentlich ist diese Zahl genauso übertrieben wie auf der Website die Berichte von begeisterten Anwendern. Das FBI schätzt sie ohnehin als gefälscht ein.

Von: Stefan Lübker / Frei-Simser.de
Veröffentlicht am: 09.10.2014 - 19:54 Uhr
Kategorie: SMS News

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