Fast sämtliche Android-Smartphones lassen sich manipulieren

a chained smart phone © weerapat1003 / Fotolia.com

Eine dramatische Sicherheitslücke ist bei der Benutzung von Android-Smartphones entdeckt worden. Dadurch ist es möglich, 950 Millionen Geräte einfach von außerhalb zu übernehmen. Man muss lediglich die Telefonnummer kennen. Das betrifft sogar ganz aktuelle Geräte.

Eigentlich ist Android in puncto Sicherheit für die Smartphone-Welt mit Windows zu vergleichen. Weil es wesentlich weiter verbreitet ist als andere Systeme mit deutlich weniger Nutzern, interessieren sich auch Hacker entschieden mehr dafür. Im Vergleich zu Apples iOS haben Angreifer bei diesem System mehr Alternativen, da bei Google tiefere Eingriffe ins System möglich sind. Die jetzt bekannt gewordene Lücke stellt jede frühere in den Schatten: 95 Prozent sämtlicher Android-Smartphones können dadurch übernommen werden, ganz einfach mittels MMS.

Die Lücke ist Sicherheitsexperten von „Zimperium“ aufgefallen. Die als „Stagefright“ oder auch Lampenfieber genannte Lücke bezeichneten sie als „Mutter aller Android-Lücken“. Deren Existenz wurde lediglich in einer Rede-Ankündigung zur Hacker-Messe BlackHat erwähnt. Dort soll auch die eigene Messeparty beworben werden.

Es ist allerdings bis jetzt noch nicht klar, wie genau  so ein Angriff funktioniert. Einige Details konnten allerdings durch den Android-Blog „Android Central“ herausgefunden werden. Eine Lücke in der Medienwiedergabe von Android lässt sich für Angriffe nutzen, wie bereits bekannt wurde. Es genügt der Empfang  einer mit einem Video verseuchten MMS. Nicht mal ein Öffnen der MMS ist nötig! Dabei muss lediglich die entsprechende Rufnummer bekannt sein, um das Smartphone zu übernehmen. Der Betroffene hat dazu gar nichts zu tun.

Die Sicherheitsexperten haben im April und Mai dieses Jahres bereit Google von der Lücke berichtet. Der Konzern hat darauf reagiert und diese geschlossen. Jedoch: Diese Nachbesserungen werden nicht von Google übernommen, sondern sind Sache der Hersteller der jeweiligen Geräte. Somit kann es noch eine ganze Weile dauern, bis diese beim Kunden ankommen, weiß man doch, dass selbst wichtige Updates dazu längere Zeit  benötigen.

Wiederum gibt es auch positive Nachrichten. Weltweit ist nicht ein Fall der Nutzung des Hacks außerhalb des Labors bekannt. Es ist somit vor allem eine theoretische Gefahr. Allerdings ist offen, wie lange das noch so bleiben wird. Denn spätestens zur BlackHat werden sich wohl auch andere Hacker über die Wirkungsweise eines Angriffes informieren und den Nachbau versuchen.

Von: Stefan Lübker / Frei-Simser.de
Veröffentlicht am: 22.09.2015 - 20:55 Uhr
Kategorie: SMS News

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